Schülerpraktikum: Tipps für das erste Praktikum


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Ein Praktikum ist dazu da, das Arbeitsleben kennenzulernen und mal in die Welt der Erwachsenen reinzuschnuppern. Außerdem bietet es die ideale Möglichkeit, um einen Beruf näher kennenzulernen. Denn häufig stellt man sich einen Job so vor, wie er letztendlich gar nicht ist. Spätestens bei der Wahl eines Studienfaches oder auch des Ausbildungsplatzes solltest du aber wissen, in welcher Branche du eine berufliche Laufbahn anstrebst. Damit deine Erwartungen von einem bestimmten Job nicht enttäuscht werden, solltest du diesen auf jeden Fall vorher ausprobieren. In einem Schülerpraktikum hast du die perfekte Gelegenheit dazu!

Ein Schülerpraktikum findet meistens in der neunten oder zehnten Klasse statt und geht zwei bis drei Wochen. In dieser Zeit erhalten du und deine Mitschüler die Gelegenheit, das Klassenzimmer hinter euch zu lassen, und ins Berufsleben einzutauchen.

Das erste mal Praktikant: Tipps für das erste Schülerpraktikum

Wer sich zum ersten mal Praktikant nennen darf, ist sicherlich sehr aufgeregt. Wie benimmt man sich nur in einem Unternehmen? Was zieht man am besten an? Was soll man tun, wenn man nur Bahnhof versteht? Fragen über Fragen. Dabei unterscheidet sich der Praktikumsalltag in ein paar wesentlichen Kernelementen gar nicht so sehr vom Schulalltag. Das Wichtigste gleich zu Beginn: Du musst immer pünktlich sein. Wie in der Schule eben, nur dass es im Berufsleben noch viel wichtiger ist. Der zweite Tipp: Kleide dich gut! Wenn du ein Schülerpraktikum bei der Bank absolvierst, dann solltest du dich bei der Kleiderwahl an deinen Kollegen orientieren und ähnlich gepflegt und ordentlich gekleidet zum Praktikum erschienen. Bei einem Praktikum in einer Werkstatt gilt natürlich kein Krawatten-Zwang, doch auch hier gilt: Beobachte, wie die anderen Mitarbeiter zur Arbeit gehen, und kleide dich entsprechend.

Viele Schülerinnen und Schüler, die ihr erstes Praktikum vor sich haben, sind deswegen sehr aufgeregt. Doch keine Panik! Niemand verlangt von dir, dass du gleich am ersten Tag irgendwelche Aufgaben bewältigen sollst, die dich vollkommen überfordern würden. Ein Schülerpraktikum ist vielmehr dazu da, einen Beruf kennenzulernen. Das bedeutet für dich: Du wirst auch oft nur „Zuschauer“ sein und deinen Kollegen über die Schulter blicken, während diese dir erklären, was sie tun. Leichtere Tätigkeiten werden dir ausführlich erklärt, und auch bei der Ausführung dieser wirst du wahrscheinlich unter Aufsicht arbeiten. Du siehst, es gibt keinen Grund, Angst vor dem ersten Praktikum zu haben. Denke immer nur daran, dass du im Unternehmen bist, um etwas zu lernen, und nicht, um etwas bereits perfekt abzuliefern! Und außerdem: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und Fehler macht jeder mal!

Tipps für die Suche nach einem Schülerpraktikum

Sobald es an der Zeit ist, sich um einen Praktikumsplatz zu kümmern, solltest du eins nicht vergessen: Bei der Suche nach einer Praktikumsstelle bist du nicht allein! Weil Schülerpraktika meist gleichzeitig für mehreren Klassen innerhalb einer Schule angesetzt werden, solltest du dich unbedingt schon früh auf die Suche machen! Schließlich willst du ja nicht, dass es Absagen hagelt, weil alle Stellen bereits besetzt sind. Außerdem wäre es blöd, wenn du das Schülerpraktikum nicht in dem Beruf machen könntest, den du am liebsten kennenlernen möchtest. Denn Sinn und Zweck eines Praktikums ist es ja, sich beruflich zu orientieren. Wenn aber alle Plätze in deinem Wunsch-Beruf belegt sind, musst du leider nehmen was noch übrig ist. Ein weiterer wichtiger Tipp für die Suche nach einem Schülerpraktikum lautet daher: Beginne so früh wie möglich mit der Suche!

Für die Suche bieten sich in erster Linie natürlich die praktischen Online-Jobbörsen speziell für Praktikanten an. Da du hier aber nicht immer Ausschreibungen für genau den Zeitraum findest, der von der Schule vorgegeben ist, musst du manchmal auf eigene Faust losziehen. Überlege dir, in welchen Betrieben dein Wunschberuf ausgebildet oder beschäftigt wird, und frage dort direkt an. Dies kannst du entweder per Telefon machen, oder du schaust persönlich vorbei. Unser Tipp: Bevor du stundenlang Bewerbungen schreibst, frage unbedingt vorher nach, ob Praktikumsstellen für Schüler angeboten werden, und wenn ja, ob der vorgegebene Zeitraum für das Praktikum auch dem Unternehmen passen würde. Fällt die Antwort positiv aus, kannst du gleich loslegen und eine schriftliche Bewerbung verfassen!

Beim Schülerpraktikum einen guten Eindruck hinterlassen

Du bist motiviert, fleißig, stellst viele Fragen und zeigst damit sehr viel Lernbereitschaft. Außerdem bist du immer pünktlich, verstehst dich gut mit deinen Kollegen, und dein Chef hat überhaupt nichts an dir auszusetzen. In diesem Fall hinterlässt du einen guten Eindruck im Schülerpraktikum. Und weißt du, was das bedeuten könnte? Nach deinem Schulabschluss hast du sehr gute Chancen, von deinem Praktikumsbetrieb als zukünftiger Azubi eingestellt zu werden! Wenn auch von deiner Seite aus Interesse besteht, dann gib während des Praktikums dein Bestes! Wer weiß, vielleicht wird dir ja sogar schon vor Ende des Praktikums ein Ausbildungsplatz angeboten?

Deine Rechte im Schülerpraktikum

Gefährliche Jobs sind für Schülerinnen und Schüler absolut tabu. Du dürfest jetzt also beispielsweise nicht in einem Chemie-Labor dabei mithelfen, giftige Stoffe zusammen zu mixen. Auch ein paar Berufe auf der Baustelle, darunter zum Beispiel Gerüstbauer, sind nicht zu empfehlen, da hier das Unfall- und Verletzungsrisiko sehr hoch ist.

Da es sich bei Schülerpraktika um sogenannte Pflichtpraktika handelt, haben die Praktikanten auch keinen Anspruch auf eine Vergütung. Du giltst während dieser Zeit nämlich immer noch als Schüler, und kannst daher auch nicht wie eine Arbeitskraft eingesetzt werden. Deshalb gibt es auch keinen Lohn.

Was die Arbeitszeiten betrifft, so gilt im Falle von Schülerpraktika das Jugendarbeitsschutzgesetz. Demnach dürfen Praktikanten, die jünger als 15 Jahre alt sind, nicht mehr als 7 Stunden am Tag arbeiten. Ab dem 16. Lebensjahr sind 8 Stunden am Tag zulässig. Wichtig ist, dass du jeden Tag auch eine Mittagspause halten darfst. Diese sollte mindestens 30 Minuten betragen, und kann maximal 1 Stunde dauern.

Zusatz-Tipp fürs Schülerpraktikum: Nach dem Praktikum ist vor dem Praktikumsbericht! Damit du auch noch Wochen später weißt, was du da eigentlich alles gemacht hast, solltest du unbedingt jeden Tag eine Art Praktikums-Tagebuch führen. Am Ende des Praktikums hast du dann eine erstklassige Vorlage, und dein Praktikumsbericht schreibt sich wie von selbst, ohne, dass du lange grübeln musst. Mehr Infos gibt es hier: Wie schreibe ich einen Praktikumsbericht?

Von Jana Mölle

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