Deine Rechte im Praktikum


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Leider passiert es immer wieder, dass Unternehmen ihre Praktikanten als günstige Arbeitskräfte ausnutzen. Der ein oder andere Praktikant kennt es: Akten ordnen, Kopien anfertigen, und immer wieder Kaffee kochen. Andere verbringen die meisten Zeit ihres Praktikums damit auf die Uhr zu schauen und auf den Feierabend zu warten. Sie bekommen einfach keine richtigen Aufgaben. Dabei ist der Arbeitgeber in der Ausbildungs- und Beschäftigungspflicht.

Du möchtest etwas lernen? Berufserfahrungen sammeln und auch mal selbstständig Arbeiten? Das ist auch dein gutes Recht als Praktikant! Lass dich nicht ausnutzen oder mit Aushilfsarbeiten abspeisen. Im folgenden erfährst du alles, was du über deine Rechte in einem Praktikum wissen musst.

Ein Gesetz, dass alle Rechte für ein Praktikum regelt, gibt es leider nicht. Deshalb muss man bei einem Praktikum immer zwischen einem Pflichtpraktikum und einem freiwilligen Praktikum unterscheiden. Ersteres gilt als Teil der schulischen oder universitären Ausbildung. Das freiwillige Praktikum dagegen nicht. Aus diesem Grund muss dieses auch vergütet werden. Über die Höhe der Vergütung gibt es kein Gesetz, allerdings gilt auch hier der Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde.

Der Praktikumsvertrag

Der Praktikumsvertrag stellt die wichtigste und meistens auch einzige Rechtsgrundlage dar. Aus diesem Grund ist das Aufsetzen so eines Vertrages sehr zu empfehlen. In diesem sollten folgende Punkte festgehalten werden:

Die Dauer des Praktikums
Die Arbeitszeiten
Die Vergütung
Die Ansprechpartner/Betreuer
Das Tätigkeitsfeld und deine Aufgaben
Deine Urlaubsansprüche
Die Krankheitsregelungen
Die Kündigungsfrist

Die Arbeitszeit

Deine tägliche Arbeitszeit darf während eines Praktikums nicht länger als acht Stunden betragen. Ab einer durchgängigen Arbeitszeit von sechs Stunden steht dir als Praktikant eine Pause von mindestens einer halben Stunde zu.

Urlaub

Urlaubsansprüche haben nur Praktikanten eines freiwilligen Praktikums. Hier gilt: Pro gearbeiteten Monat stehen dir zwei bezahlte Urlaubstage zu.

Das Praktikumszeugnis

Das Ausstellen eines Praktikumszeugnisses ist die Pflicht jedes Unternehmens, welches Praktikanten einstellt. Es sollte folgende Dinge enthalten:

- Die Art des Praktikums
- Die Dauer des Praktikums
- Deine Aufgaben während des Praktikums
- Das Ziel deines Praktikums
- Welche beruflichen Fertigkeiten du erworben hast
- Auf Wunsch: Angaben zu deiner Leistung und deinem Verhalten

Die Kündigung

Auf eigenen Wunsch kannst du dein Praktikum vorzeitig kündigen. Wie lange die Kündigungsfrist beträgt, sollte in deinem Praktikumsvertrag angegeben sein. In der Regel sind das zwei bis vier Wochen. Eine fristlose Kündigung ist auch möglich, dazu muss es aber einen schwerwiegenden Grund geben.

Wenn du in deinem Praktikum merkst, dass einige deiner Rechte verletzt werden, hast du jederzeit die Möglichkeit, dieses mit deinem Vorgesetzten zu besprechen. Ein Praktikum dient nämlich dazu, wertvolle Fähigkeiten und Kenntnisse für dein späteres Berufsleben zu erlernen. Daher gelten besonders für freiwillige Praktika meist die gleichen Rechte wie auch für alle anderen Arbeitnehmer.

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