Achtung: Die Gefahr als Praktikant/in ausgenutzt zu werden


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Praktikanten "genießen" häufig den Ruf günstige Arbeitskräfte zu sein, weswegen man als solcher - nicht immer - aber manchmal befürchten muss, ausgenutzt zu werden. Wie kann man das vermeiden? Im Folgenden werden Punkte erläutert, auf die man vor und während eines Praktikums achten sollte:

Der Praktikanten-Vertrag

Es ist von zentraler Bedeutung einen solchen Vertrag zu erhalten, damit die wichtigsten Punkte des Praktikums festgehalten werden: Beginn und Dauer des Praktikums, die Arbeitszeit, Dauer der Probezeit, die Tätigkeit, eventuell die Höhe der Vergütung, und und und. Fehlt der Vertrag, hat man als Praktikant nichts in der Hand, wenn man ungerecht behandelt wird. Ein Praktikumsvertrag dient der rechtlichen Absicherung beider Seiten.

Davon profitiert aber vor allem der Praktikant. Werden Vereinbarungen gebrochen, dann hat man diese dennoch schwarz auf weiß in seinem Vertrag stehen, und kann die Einhaltung dieser Vereinbarungen einfordern. Steht zum Beispiel im Praktikanten-Vertrag, dass eine tägliche Arbeitszeit von 7 Stunden vereinbart wurde, dann darf diese auch nicht überschritten werden. Muss der Praktikant allerdings regelmäßig länger bleiben, besteht die Gefahr, dass dieser als günstige Arbeitskraft ausgenutzt wird.

Das Unternehmen und seine Praktikanten

Es ist in vielen Foren möglich, Kontakt zu ehemaligen Praktikanten des Unternehmens aufzunehmen. Aber nur dann, wenn der Praktikant oder die Praktikantin das Unternehmen bewertet haben. Solche Praktikumsbewertungen geben einem die Möglichkeit, etwas über den Betrieb zu erfahren. Beispielsweise, wie diese mit ihren bisherigen Praktikanten umgegangen ist.

Zudem kann man sich im Internet schlau darüber machen, ob das Unternehmen, besonders in kostenlosen Onlinestellenbörsen, sehr häufig und viel inseriert. Ist dies der Fall, ist Vorsicht geboten. Dies kann nämlich ein Indiz dafür sein, dass anstatt einer Vollzeitkraft, lieber kostengünstige Praktikanten eingestellt werden. Diese erledigen die gleichen arbeiten wie auch ein vollwertiger Mitarbeiter, nur, dass eben die Bezahlung fehlt. Die Chance, nach dem Praktikum eine Festanstellung zu bekommen, ist in so einem Unternehmen verschwindend gering.

Die Bezahlung

Gibt es keine Vergütung für das Praktikum, könnte es sein, dass das Unternehmen tatsächlich nur eine kostenlose Arbeitskraft sucht und den Praktikanten vermutlich nicht als gleichwertigen Kollegen ansieht. Je nach Auftrags- und Wirtschaftslage sind gute Arbeitgeber eigentlich immer bereit den Praktikanten angemessen zu entlohnen.Treffen alle drei Punkte auf ein Unternehmen zu, d.h.: gibt es weder einen Praktikanten-Vertrag, noch eine angemessene Bezahlung, oder negative Bewertungen des Betriebes durch andere Praktikanten, dann ist das Risiko hoch, ausgenutzt zu werden.

Selbstverständlich kann man das Praktikum trotzdem antreten und sich vom Gegenteil überzeugen lassen. Erkennt man jedoch schnell, dass die Indizien sich bewahrheitet haben, sollte man den Verdacht auf einen Missbrauch als billige Arbeitskraft ansprechen und mit seinem Ansprechpartner, z.B. dem Betriebsrat, eine Verbesserung der Situation anstreben.
Von Regina S.

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