Abmahnung im Praktikum - Was tun?


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Eine Abmahnung können nur festangestellte Mitarbeiter bekommen? Weit gefehlt! Denn auch Praktikanten können für bestimmtes Fehlverhalten eine Abmahnung kassieren! Was eine Abmahnung genau ist, wie man am besten damit umgeht, und aus welchen Gründen ein Praktikant eigentlich eine Abmahnung erhalten kann, erfährst du hier!

Was ist eine Abmahnung?

Eine Abmahnung ist mit einer gelben Karte im Fußball zu vergleichen. Sie zeigt dir, dass du von nun an quasi auf Bewährung bist, und dir nichts mehr zu Schulden kommen lassen darfst. Ansonsten droht nämlich eine Kündigung. Mit der Abmahnung zeigt dir dein Chef, dass er oder sie dir noch eine Chance gibt. Diese Chance solltest du dankend annehmen und den Fehler, den du begannen hast, auf keinen Fall wiederholen.

Es herrscht in Bezug auf das Thema Abmahnung übrigens ein weit verbreiteter Irrglaube. Viele denken, man müsse erst drei Abmahnungen erhalten haben, bevor man gekündigt werden kann. Dies stimmt allerdings nicht! Bereits nach der ersten Abmahnung kann dein Chef eine Kündigung ausstellen! Wer also trotz Verwarnung erneut gegen die Regeln verstößt, der wird unter Umständen fristlos entlassen.

Wie sieht eine Abmahnung aus?

Eine Abmahnung kann zwar mündlich ausgesprochen werden, doch danach wirst du diese auch immer schriftlich bekommen. In der schriftlichen Abmahnung steht neben deinem Namen auch der Grund für die Abmahnung. Aber das ist noch nicht alles: Dein Arbeitgeber muss ebenfalls einen Beweis für dein Fehlverhalten oder den Regelverstoß aufführen. Wenn du zum Beispiel eine Abmahnung erhältst, weil du mehrere Male unentschuldigt gefehlt hast, dann findest du in deiner Abmahnung eine Auflistung aller Daten, an denen du nicht da warst.

Wirst du abgemahnt, weil du einen Kollegen gemobbt hast, dann dient dessen Aussage als Beleg für deine Abmahnung. In diesem Dokument muss eine Aufforderung enthalten sein, dein Verhalten von nun an zu bessern. In der Abmahnung steht auch, mit welchen Konsequenzen du rechnen musst, wenn du dieser Aufforderung nicht nachkommst. In der Regel handelt es sich dabei um einen Verweis, dass du bei erneutem Verstoß gekündigt wirst.

Können auch Praktikanten eine Abmahnung bekommen?

Ja. Praktikanten sind für die Dauer ihres Praktikums an den Praktikumsvertrag gebunden. Darin steht, dass sie sich gegenüber dem Arbeitgeber dazu verpflichten, ihre Arbeitskraft nach dessen Anweisung zu erbringen. Wer sich gegen die Arbeitsanweisung widersetzt, gegen die im Betrieb geltenden Regeln verstößt, oder sonstiges Fehlverhalten an den Tag legt, kann abgemahnt werden.

Mögliche Gründe für eine Abmahnung

Praktikanten, genauso wie auch alle anderen Arbeitnehmer, können für eine Vielzahl von Gründen abgemahnt werden. Wer sich unangemessen Verhält, kann eine Abmahnung erhalten. Zu unangemessenem Verhalten zählt zum Beispiel, frech zu einem Kunden oder zum Chef zu sein. Rassistische Äußerungen oder andere Beleidigungen gegenüber den Kollegen sind ebenfalls ein Abmahnungsgrund, genauso wie ständiges zu spät kommen oder unentschuldigtes Fehlen.

Es gibt aber nicht nur verhaltensbedingte Gründe für eine Abmahnung. Auch bei ganz klaren Verstößen gegen offizielle Regeln droht diese Verwarnung. Die Regeln und Inhalte der Betriebsordnung unterscheiden sich von Unternehmen zu Unternehmen, deshalb solltest du dir diese auch gleich zu Beginn deines Praktikums zeigen lassen. Manche erhalten eine Abmahnung, wenn sie trotz Verbot während der Arbeitszeit private Telefonate führen oder aus privaten Gründen im Internet surfen.

Ein besonders schlimmes Vergehen ist das Ausplaudern von internen Informationen. Diese fallen unter das Betriebsgeheimnis und sollten außerhalb des Unternehmens auch nicht erwähnt werden. Praktikanten, die sich gegen solche Verbote und Regeln hinwegsetzen, müssen mit Konsequenzen rechnen.

Du hast eine Abmahnung im Praktikum erhalten? Das kannst du tun

Solltest du das Gefühl haben, dass die Abmahnung unberechtigt ist, dann kannst du eine Stellungnahme dazu schreiben. Dies kann vor allem dann wichtig werden, wenn du nach dem Praktikum auch noch im Betrieb weiter arbeiten wirst. Eine Abmahnung wandert nämlich in deine Personalakte. Damit sie da aber nicht alleine ist, kannst du eine Stellungnahme schreiben, und auf die Vorwürfe eingehen. Diese Stellungnahme können auch zukünftige Chefs der Firma lesen, wenn du für lange Zeit dort angestellt bleibst. Wenn du also nach ein paar Jahren auf eine Beförderung hoffst, dann ist es ganz gut, wenn derjenige, der in Zukunft darüber entscheidet, ob du befördert wirst oder nicht, auch deine Version der Geschichte kennt.

Eine Abmahnung ist keine Kündigung. Solltest du mal eine erhalten, dann freue dich zunächst darüber, dass man dir noch eine zweite Chance gibt! Um diese auch zu nutzen, musst du dein Fehlverhalten einsehen und sofort abstellen. Eine zweite Abmahnung folgt nämlich nur äußerst selten. Wenn du diesen Regelverstoß also noch einmal begehst, dann wirst du dein Praktikum wohl oder übel vorzeitig beenden müssen. Lass beim Erhalt einer Abmahnung den Kopf nicht hängen. Solltest du den Grund für die Abmahnung nicht nachvollziehen können, dann bitte deinen Vorgesetzten um ein klärendes Gespräch. Dabei ist es wichtig, dass du immer freundlich bleibst und den Willen zeigst, es in Zukunft besser machen zu wollen. Frage nach Tipps, wie du dich verbessern kannst, und gehe mit neuer Energie und guten Vorsätzen wieder frisch an die Arbeit!

Von Jana Mölle

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